Der Datendolmetscher

Ein deutscher Designer zeigt uns das unglaubliche Geschäftsnetzwerk des amtierenden US-Präsidenten. Und das macht er mit einem schlauen Datendolmetscher namens Visualisierungssoftware. Seine Übersetzung macht vorstellbar, was unvorstellbar war. Doch zurück zur Frage: Wer entscheidet denn nun, wie smart welche Lösung schließlich ist? Antwort: der Kollege aus dem Vertrieb oder die Kollegin aus dem Marketing. Das sind diejenigen, die gewisse Zustände zu deuten helfen: Warum verkauft sich Produkt X nicht so, wie wir es angenommen hatten? Warum sinken unsere Leads anstatt zu steigen? Was wollen unsere Kunden eigentlich von uns?

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Die Datengenießer sitzen lächelnd vor der Mattscheibe Ihres Rechners oder iPads und bestaunen bunte Wolken oder bebende Bubbles, die sich dynamisch an ihre individuelle Abfrage anpassen.
Christine Komander, SAS

Genießen Sie Ihre Daten!
Diese Fragen werden mit Fakten beantwortet. Dem Zufall muss seit Big Data Analytics ja Gott sei Dank nichts mehr überlassen bleiben. Verläufe und Trends sind vorhersehbar. Ist-Zustände können mittels Analysen fachlich auseinandergenommen werden. Das ist kalter Kaffee – keine Frage! Je besser aber etwas aufbereitet ist, desto gehaltvoller die Aussage. Vor allem bei Datenanalysen lassen sich damit viele Datengenießer gewinnen. Es gibt ja Kollegen, die mit Ear-ins erstarrt vor ihrem Bildschirm sitzen? Der Gründe dafür gibt es viele. Einer kann sein, dass diese Kollegen gerade unendliche Exceltabellen betrachten, sie stumm von links nach rechts schieben, ihre Zahlenkolonnen von oben nach unten scrollend bestaunen, um zu finden, was nicht zu finden ist.

Und die Datengenießer? Werden sie fündig? Davon dürfen wir ausgehen. Die Genießer sitzen froh und agil lächelnd vor der Mattscheibe Ihres Rechners oder iPads und bestaunen bunte Wolken oder bebende Bubbles, die sich dynamisch an ihre individuelle Abfrage anpassen. Ein Datengenießer hat es übrigens nicht so mit Mathe oder Statistik. Er konsumiert entspannt, was ihm die Visualisierung präsentiert.

Er braucht es nicht
Nun aber Schluss, das ist doch der Stoff, aus dem Werbebroschüren gestrickt sind! Stimmt. Deshalb zurück zu den Fakten. Unser Broschürentext hat gesagt, dass der Datengenießer kein Mathe- oder Statistik-Nerd ist. Was ist der dann?

Er ist derjenige, der auf die Schnelle schaut, ob in einer bestimmten Datenmenge etwas steckt, das auf einer höheren Ebene interessant sein kann. Ist hier erkennbar, warum sich Produkt X nicht so gut verkauft, wie wir es angenommen hatten? Ist hier erkennbar, warum unsere Leads gesunken und nicht gestiegen sind? Ist hier erkennbar, was unsere Kunden eigentlich von uns wollen? Ist hier unser Qualitätsproblem zu finden?

Dem Tool kommt also ein Entlastungscharakter zu. Mitarbeiter, die das Spezialwissen fortgeschrittener Werkszeuge nicht haben, sind jetzt fähig, aufgrund der Modellgüte Prognosen für eine ungefähre Handlungsrichtung abzuliefern. Der Data Scientist wiederum braucht das Tool eigentlich nicht, denn er ist das, was die anderen nicht werden wollten: Statistiker. Doch auch er zieht Nutzen aus dem Visualisierungswerkzeug. Denn jetzt kann er seine Erkenntnisse managementtauglich in das Unternehmen kommunizieren. Der Datendolmetscher ist für ihn vornehmlich ein Moderationstool. Und beide haben es für pretty smart befunden.

So unterschiedlich sie auch sind, hier haben unsere Anwendergruppen denselben Nutzen: die einfache Bedienung und die sehr gute visuelle Aufbereitung von Daten. Nun tanzen beide um ihr goldenes Bild, im wahrsten Sinne des Wortes. Denn auch die Präsentationstechnik kann lebendiger werden, niemand muss mehr starr vor seinem Bildschirm sitzen.  

Und was kommt als Nächstes?
Wohin geht die Reise in Sachen Visualisierungssoftware, wenn sich doch gerade alle IT-Hersteller um die Wette neueste Tools vorstellen? Der Trend geht hin zu Visual Data Mining. Will sagen: Da werden neuronale Netze bedienbar und übersichtlich gemacht – sekundenschnell. Vor diesem Hintergrund ist die Darstellungsform unseres Designers vom Anfang noch weniger als eine simple Darstellung. Mittlerweile gibt es sogenannte Data Viz Communities. Dort treffen sich die internationalen Liebhaber der Visualisierung zum Austausch. Zum Beispiel am 21. Februar 2017 bei DataViz RheinMain Meetup in Frankfurt.

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