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Produktionsplanung und -controlling im Schiffbau mit SAS

Die Meyer Werft hält Kurs

Der Kunde

Die Meyer Werft in Papenburg gehört zu den modernsten Werften Europas. Dank Flexibilität und Innovationsbereitschaft konnten sich die Schiffsbauer im hart umkämpften Markt für Kreuzfahrtschiffe einen der vordersten Plätze sichern. Für die Koordination der komplexen Planungs- und Produktionsprozesse setzt das Traditionsunternehmen auf eine Lösung von SAS.

Das Städtchen Papenburg mit seinen 35.000 Einwohnern liegt am Ufer der Ems. 40 Kilometer sind es von hier noch bis zur Nordsee – zum Dollart, der Nordseebucht, die zwischen Ostund Westfriesland tief in das Land schneidet. Besucher dieser ältesten Moorsiedlung Deutschlands, die im Jahr 1458 erstmals urkundlich erwähnt wurde, fällt sofort die geografische Nähe der Stadt zu den Niederlanden auf. Kanäle und Klappbrücken bestimmen das Stadtbild, Backsteinhäuser mit tief angesetzten Fenstern prägen die alte Bausubstanz.

Das auffälligste Bauwerk Papenburgs liegt jedoch abseits des Stadtzentrums am Industriehafen: Es handelt sich um eines der größten überdachten Trockendocks der Welt, das inmitten der ausgedehnten Anlagen der Meyer Werft steht. Das 1795 gegründete Unternehmen ist heute mit einem Weltmarktanteil von 25 Prozent die Nummer drei unter den Herstellern von Kreuzfahrtschiffen. Dabei hat nicht zuletzt die für eine Großwerft eher ungewöhnliche Lage im Binnenland, das Unternehmen berühmt gemacht. Wer kennt sie nicht, die Bilder von Ozeanriesen, die behutsam durch das Flüsschen Ems bugsiert werden, 40 Kilometer stromabwärts scheinbar durch Wiesen gleitend, bis sie südlich von Emden die Nordsee erreichen. Seitdem im Jahr 1975 neue Werftanlagen in Betrieb genommen wurden, liefen in Papenburg fast 100 Schiffe vom Stapel. Neben Kreuzfahrtschiffen, die hier seit 1984 entstehen, waren das vor allem Auto- und Passagierfähren, Passagierschiffe und Gastanker.

Ausgelastet bis 2012

Fragt man Bernard Meyer, als Ur-ur-ur- Enkel des Firmengründers in sechster Generation Leiter des Unternehmens, wie eine Werft im strukturschwachen Nordwesten Deutschlands, weit entfernt vom Meer, in der Weltliga mitspielen kann, dann ist er um eine Antwort nicht verlegen: „Flexibilität und Innovation sind das A & O beim Bau von Kreuzfahrtschiffen. Unsere Produkte müssen gut sein, immer das entscheidende Bisschen besser. Und wir liefern pünktlich.“ Seit ihrer Gründung vor 212 Jahren steht die Meyer Werft für Qualität und Pünktlichkeit. Die Reedereien schätzen die Zuverlässigkeit der Papenburger sehr. Nicht zuletzt deshalb ist die Meyer Werft auch heute schon bis 2012 ausgelastet. Aber wie schafft man es, einen Liefertermin notfalls auf den Tag genau einzuhalten, wenn der Bau eines Schiffs von der ersten Planung bis zum Stapellauf selten weniger als 24 Monate dauert; wenn je nach Auftragsgröße über 10.000 Mitarbeiter von der Werft und von Partnerfirmen direkt oder indirekt in den Erstellungsprozess involviert sind und koordiniert werden müssen.

Damit auf der Meyer Werft in diesem komplexen Zusammenspiel der Überblick gewahrt bleibt, benötigt das Unter nehmen außergewöhnlich leistungsfähige Planungs- und Steuerungssysteme, die solchen speziellen Anforderungen gerecht werden. In diesem Zusammen hang spielt die selbst entwickelte Software-Lösung „InfoYard“, die auf SAS basiert, eine zentrale Rolle. InfoYard dient der operativen Projekt- und Kapazitätsanalyse und fungiert gleichzeitig als integriertes Informationssystem, mit dem laufende Prozesse durch Controllingmethoden aus unter schiedlichsten Blickwinkeln betrachtet werden können. So schafft InfoYard Transparenz in einem Umfeld, das ohne technische Unterstützung als Ganzes nicht zu fassen ist.

Ein System für alle

Die Planungsvision, die die Meyer Werft verfolgt und die einem permanenten Optimierungsprozess unterliegt, entstand bereits in den 80er Jahren des vergangenen Jahrhunderts. Von seinen ersten Anfängen bis heute wurde das Konzept dabei stetig mit modernsten Techniken weiterentwickelt. 2002 löste SAS die bis dahin verwendete Technologie ab. Mit diesem Schritt sollten sich die strategischen Ziele im Planungsumfeld weiterhin auf dem neuesten technischen Stand realisieren lassen und dem Wachstumskurs der Werft Rechnung getragen werden. Dabei erreichen die Informationsbereitstellung sowie das damit verbundene Reporting eine neue Dimension. Denn die notwendigen Informationen können nun – ganz unabhängig von Abteilungen und Hierarchiestufen – aus einem zentralen System abgerufen werden.

Ein Meister benötigt beispielsweise in seinem Entscheidungsumfeld einen Überblick über die prozessorientierte Terminlage. Damit verknüpft sind objektorientierte Informationen aus der entsprechenden Bedarfslogistik, Stücklisten und Konstruktionszeichnungen sowie Daten zum Personaleinsatz und Simulationsstudien. Die Entscheidung der Meyer Werft für SAS fiel unter anderem wegen der Flexibilität des IT-Lösungsportfolios von SAS. Zudem konnte SAS bei weiteren Punkten aus dem Anforderungsprofil des Unternehmens überzeugen – zum Beispiel die Software schnell und unabhängig vom Hersteller an Besonderheiten der Werft anpassen zu können.

Heute läuft InfoYard mit circa 300 Anwendern produktiv als ein Kernbaustein im ERP-Umfeld. Hier hilft die Lösung zahlreichen Fachabteilungen, ihren Planungs-Workflow deutlich effizienter zu gestalten. Klassische Planungsaufgaben wie die termingerechte und unter Kapazitätsgesichtspunkten optimierte Einlastung von Prozessen, das Erkennen von Wechselwirkungen sowie das zielorientierte Steuern der anstehenden Aufgaben können trotz der steigenden quantitativen und qualitativen Anforderungen bei gleicher Personalstärke fertigungsnah erfüllt werden. Dabei sind die in InfoYard abgebildeten Fertigungsprozesse äußerst vielfältig – und betreffen Abläufe von Stahlarbeiten ebenso wie das Einbringen von Elektrokabeln oder das Durchführen von Lackierarbeiten – und dies alles unter Berücksichtigung konstruktiver sowie produktiver Aspekte.

Ausgeklügelte Reportingfunktionen im integrierten Informationssystem unterstützen die Anwender in den Fachabteilungen und der Unternehmensführung beim Projektcontrolling, zum Beispiel durch Ampelfunktionen und Drill-Down-Funktionalitäten. Mit Balance-Scorecard-Methodiken und Frühwarnlogiken lassen sich zudem Fehlentwicklungen frühzeitig erkennen und bieten dem Endanwender eine fundierte Entscheidungsgrundlage für die Projektarbeit. Diese Software- Instrumente tragen dazu bei, einen Auftrag in jeder Projektphase auf Kurs zu halten und aktiv zu steuern.

Strategische Visionen realisieren

InfoYard markiert einen wichtigen Entwicklungsschritt im Zuge der Weiterentwicklung der Produktionsplanung und -steuerung und deren organisatorischer Ausgestaltung bei der Meyer Werft: Diese systemtechnischen Voraussetzungen ermöglichen es der Werft, ihre strategischen Visionen zu realisieren. Moderne Softwarearchitekturen gepaart mit ausgereiften Produktdaten- Management-Philosophien bieten dem Enduser ein effizientes Arbeitsumfeld, unter operativen ebenso wie unter Controlling-Aspekten. So leistet die Informationstechnologie ihren Beitrag, um unter den aktuellen Marktbedingungen – immer kürzere Durchlaufzeiten und ständig wachsender Produktkomplexität – erfolgreich Schiffe zu bauen.

Daten & Fakten

Die Meyer Werft wurde im Jahr 1795 in Papenburg gegründet. Von den etwa 20 Werften, die es bis zum Jahr 1920 in der kleinen Stadt an der Ems gab, hat sie als einzige bis heute überlebt. Innovation und Flexibilität ziehen sich dabei durch die gesamte Firmengeschichte – und sie machen den Erfolg des Unternehmens aus, das gegen den Trend in der deutschen Schiffbauindustrie kontinuierlich gewachsen ist. So begann Joseph L. Meyer bereits 1872 mit dem Bau von Stahlrumpfschiffen mit Dampfmaschinenantrieb und sicherte dem Unternehmen so die Zukunft. In den achtziger Jahren des 20. Jahrhunderts war es das neue Geschäftsfeld luxuriöser Kreuzfahrtschiffe, in dem die Meyer Werft Aufträge hereinholte, während andere deutschen Werften unter dem internationalen Kostendruck die Werkstore schließen mussten.

Heute beschäftigt das Unternehmen mehr als 2.300 Mitarbeiter, über 8.000 Arbeitsplätze in der Schifffbauindustrie und bei Lieferanten hängen direkt von der Meyer Werft ab. Bekannt geworden ist das Unternehmen durch seine einmalige Lage im Binnenland – die „dicken Pötte“ müssen nach dem Stapellauf in Filigranarbeit durch die Ems in die Nordsee geschleppt werden. Neben den zahlreichen Ozeanriesen, die die Meyer Werft in den letzten Jahren fertiggestellt hat, ist das berühmteste Schiff der Werftgeschichte die 1914 gebaute Graf Goetzen. In John Houstons Filmklassiker „African Queen“ mit Katherine Hepburn und Humphrey Bogart in den Hauptrollen war sie unter dem Namen „Louisa“ zu sehen.

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Meyer Werft

Business Thema:
Koordination der komplexen Planungs- und Produktionsprozesse.
Die Lösung:
SAS Performance Management Lösung 
Zitat:

Flexibilität und Innovation sind das A & O beim Bau von Kreuzfahrtschiffen. Unsere Produkte müssen gut sein, immer das entscheidende Bisschen besser. Und wir liefern pünktlich.

Bernard Meyer

Geschäftsführer Meyer Werft