SAS Analytics hilft bei der Krebsbekämpfung in Lateinamerika

Zur Bekämpfung tödlicher Krebserkrankungen setzt die Latin American Cooperative Oncology Group (LACOG) in Porto Alegre, Brasilien, auf Analytics von SAS, einem der weltgrößten Softwarehersteller. Mit SAS Analytics Pro wertet die gemeinnützige Organisation Daten von Tausenden Krebspatienten aus und entwickelt klinische und epidemiologische Studien für ganz Lateinamerika.

LACOG ist eine 2008 gegründete Nonprofit-Forschungsgruppe und die erste multinationale Kooperation in Lateinamerika, die sich explizit der klinischen und translationalen Forschung widmet. Das Netzwerk aus 250 brasilianischen und lateinamerikanischen Medizinforschern – Onkologen, Radiologen und anderen Spezialisten – führt Studien an mehr als 150 Kliniken in 15 Ländern durch.

Mit SAS generiert LACOG wissenschaftlich fundierte Real-World-Daten für die gesamte Historie eines Patienten – von der Diagnose über die Behandlung bis hin zum Ausgang der Krankheit. Seit 2015 hat LACOG Datenprofile zu fast 4.000 Patienten erstellt, die dabei helfen, Hürden auf dem Weg zu einer optimalen Versorgung zu identifizieren – und aus dem Weg zu räumen. Dazu gehört unter anderem ein erschwerter Zugang zu Behandlung, Medikamenten und Vorsorge. Solche Einblicke versetzen Klinikmitarbeiter in die Lage, ihre Patienten besser zu versorgen, erleichtern die Entwicklung neuer Techniken und Technologien, um die Krebsbehandlung zu optimieren, und sogar die Gesetzgebung im Gesundheitswesen zu beeinflussen.

Lateinamerika weist zwar eine geringere Krebserkrankungsrate auf als die USA oder Europa, allerdings liegt die Sterberate deutlich höher. Das Verhältnis von Inzidenz und Mortalität liegt dort bei 59 Prozent versus 43 Prozent in der EU und 35 Prozent in den USA. Die geringere Mortality-to-Incidence Ratio (MIR) ist Ausdruck von besserem Support für Krebsscreening und -behandlung in Industrieländern.

„Es passiert oft, dass Daten aus entwickelten Ländern auf Patienten hier angewandt werden, um verschiedene Krebsarten zu behandeln“, sagt Gustavo Werutsky, MD, General Director of LACOG und Onkologe an der Pontifical Catholic University of Rio Grande do Sul. „Unsere Arbeit schafft die Voraussetzung, um Daten zu analysieren, die in direkter Relation zu Brasilien und anderen lateinamerikanischen Ländern stehen – das bringt die Forschung wesentlich näher an die Realität.“

Datenanalyse deckt mögliche Ursachen auf
Die Datenaggregation erfolgt bei LACOG in zwei Stufen. Zunächst laden Kliniken und Institutionen Informationen zu sämtlichen Krebsfällen auf eine Online-Plattform hoch, die von LACOG bereitgestellt wird. Anschließend segmentiert und analysiert das technische Team von LACOG die Daten – darunter soziodemografische und klinische Daten, Behandlungsprotokolle und Heilungsquote –, um spezifische Studien durchzuführen. „Alle Studien entsprechen dem brasilianischen Gesetz und unterliegen den dafür erforderlichen Dokumentationsprotokollen. Dazu gehört zum Beispiel die Bestätigung durch ein lokales und nationales Ethik-Komitee oder die Einholung von Patienteneinwilligungen“, erklärt Werutsky.

Seit dem Einsatz von SAS Analytics Pro hat LACOG das Volumen neuer Studien bereits um 100 Prozent erhöht. Die Dezentralisierung der Analysen, die jetzt im jeweiligen Office durchgeführt werden, sorgen zudem für größere Agilität.

Eine aktuelle LACOG-Studie zu Gebärmutterhalskrebs zeigt beispielsweise, dass geringes Einkommen und das Bildungsniveau sowie das geringe Interesse des Patienten an einem klinischen Screening zur Erkennung dieser Krebsart in direkter Korrelation zu der Diagnose des fortgeschrittenen Stadiums stehen. Als weitere Einflussfaktoren wurden fortgeschrittenes Alter, Abstammung und die Inanspruchnahme des öffentlichen Gesundheitssystems ausgemacht.

Pionier in der Krebsforschung Lateinamerikas
Für 2018 sind zwei umfassende epidemiologische Studien zu Brust- und Lungenkrebs in Lateinamerika geplant. Mit 5.300 Patienten sind dies die bisher größten Erhebungen in der Region, die entscheidende Einblicke in die Diagnose und Behandlung sowie die Überlebensquote von Patienten mit diesen Krankheiten geben. Die Studien analysieren Faktoren wie verspätete Diagnose, mangelnder Zugang zu Therapien oder die Überlebenswahrscheinlichkeit im Vergleich zu Industrieländern.

Der Einsatz von SAS bei LACOG erfolgt im Rahmen der Data-for-Good-Initiative des Softwareherstellers. Der Handlungsbedarf in diesem Anwendungsfall ist besonders hoch, weil Brasilien einen alarmierenden Anstieg an tödlichen Krebsfällen verzeichnet. 2015 forderte die Krankheit 220.000 Opfer in Brasilien, das bedeutet eine Zunahme um 31 Prozent seit 2000. „Awareness-Kampagnen für die Früherkennung und Prävention, die sich konkret an ärmere Bevölkerungsschichten richten, sollten bei der Regierung ganz oben auf der Agenda stehen“, kommentiert Werutsky die bisherigen Studienergebnisse.

Über SAS:

SAS ist weltweit Marktführer im Bereich Analytics und mit 3,24 Milliarden US-Dollar Umsatz einer der größten Softwarehersteller. Kunden weltweit setzen innovative Software und Services von SAS ein, um Daten in Wissen zu verwandeln und intelligente Geschäftsentscheidungen zu treffen. Seit 1976 verschafft SAS Kunden rund um den Globus THE POWER TO KNOW.

Mit SAS entwickeln Unternehmen Strategien und setzen diese um, messen den eigenen Erfolg, gestalten ihre Kunden- und Lieferantenbeziehungen profitabel, steuern in Echtzeit die gesamte Organisation und erfüllen regulatorische Vorgaben.

Firmensitz der US-amerikanischen Muttergesellschaft ist Cary, North Carolina. SAS Deutschland hat seine Zentrale in Heidelberg und weitere Niederlassungen in Berlin, Frankfurt, Hamburg, Köln und München. Weitere Informationen über SAS.

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