Referenzen /

SAS Deutschland
SAS Institute GmbH
In der Neckarhelle 162
D-69118 Heidelberg
www.sas.com/offices/europe/germany/success/

Referenzen

Printer-FriendlyPrinter-FriendlyPDF PDF

Referenzen

 

So wenig wie möglich, so viel wie nötig

Gesetzeskonforme Kalkulation des regulatorischen Eigenkapitals bei der LBS Bayern

Der Kunde 

Die LBS Bayern ist die Nummer eins unter den Bausparkassen im Freistaat. Der Marktanteil liegt bei 41 Prozent nach Bausparverträgen und 38 Prozent nach der Bausparsumme. Rund 1,5 Millionen Kunden in Bayern besitzen einen oder mehrere LBS-Bausparver träge mit einer Gesamtsumme von fast 47 Milliarden Euro. Die LBS ist Mitglied der Sparkassen-Finanzgruppe Bayern.

Die Aufgabe 

Seit vielen Jahren verlangt der Gesetzgeber von Banken, ihre Risiken zu quantifizieren und mit Eigenkapital zu unterlegen, um Kreditausfall- und Marktpreisrisiken abzusichern. So viel Eigenkapital wie nötig, so wenig wie möglich – nach diesem Grundsatz kalkulieren die Finanzinstitute seit jeher die Eigenmittel: Einerseits muss die Eigenkapitaldecke dick genug sein, um die Risiken aufzufangen, andererseits so dünn wie möglich, um kein Kapital unnötig zu binden. Jahrelang legte der „Grundsatz 1" – eine Präzisierung des Kreditwesengesetzes – fest, nach welchen Kriterien im Regelfall die Angemessenheit der Eigenmittelausstattung beurteilt wird. Diese Regelung wurde durch die Vorgaben aus Basel II und der Umsetzung in nationales Recht im Rahmen der Solvabilitätsverordnung (SolvV) abgelöst. Mit Inkrafttreten dieser Verordnung Anfang 2007 wurde die Berechnung der aufsichtsrechtlichen Eigenkapitalanforderungen grundlegend reformiert. Banken können wählen, ob sie hierfür einen einfachen Ansatz (Standardansatz) oder den komplexen, auf internen Ratings basierenden Ansatz verwenden. Die neue regulatorische Vorgabe zwingt die Finanzinstitute dazu, innerhalb kurzer Zeit ein völlig neues System für die Kalkulation des regulatori schen Eigenkapitals aufzubauen. So auch die LBS Bayern, die bis dato ihre Eigen mittel mittels einer standardisierten Formel nach dem „Grundsatz 1" berechnete. Da der auf internen Ratingsbasierende Ansatz ein ganz anderes Vorgehen verfolgt, kam ein Ausbau des bestehenden Verfahrens nicht in Frage. „Wir standen vor der Aufgabe, absolutes Neuland zu betreten – und das sehr schnell, denn der Zeitplan war eng", erinnert sich Sabine Wolf, Teamleiterin Data Warehouse bei der LBS Bayern. Deshalb beauftragte die Geschäftsleitung der LBS die für Basel II verantwortliche Projektleiterin, Carola Zaiss-Hillmeister, ein neues, den regulatorischen Vorgaben entsprechendes System für die Berechnung des Eigenkapitals aufzubauen.

Die Lösung 

Seit September 2007 sorgt eine SAS® Lösung bei der LBS Bayern für die SolvV-konforme, verlässliche Kalkulation des zu unterlegenden Eigenkapitals. Herzstück des Systems ist ein Data Warehouse, in dem alle risikorelevanten Daten zusammengeführt werden, unter anderem sämtliche Vertrags- und Scoringdaten sowie Informationen zu „Kunden im Ausfall", zu Geldanlagen und Wertpapieren. Diese Daten stammen zum großen Teil aus Eigenentwicklungen auf Basis von DB2, aber auch aus operativen Systemen von SAP. Alle diese Daten werden stichtagsbezogen bereitgestellt, so dass die Eigenkapitalbe rechnung stets auf aktuellsten Informationen beruht. Zum Teil waren die Daten bereits in einem bestehenden Data Ware house von SAS enthalten, zum Teil stammen sie aus Anwendungen, die erst noch angebunden werden mussten. Die Berechnung des Eigenkapitals erfolgt automatisiert. Darüber hinaus sind, neben der aufsichtsrechtlichen Kalkulation, aussagekräftige, verlässliche und konsistente Ergebnis-, Szenario- und Ad-hoc-Analysen sowie ein Stress-Testing möglich. Die Ergebnisse der Eigenkapitalberechnung werden abschließend automatisch in die Eigenkapitalmeldung übertragen, die wiederum mit der SAMBA-Lösung von LogicaCMG erstellt wird.

Bei der Auswahl der Lösung prüften die Fach- und die IT-Abteilung der LBS Bayern unter anderem die Lösungen mehrerer auf Basel II spezialisierter Beratungshäuser und legte der Geschäftsleitung eine Entscheidungsvorlage vor, in der sich die Experten für den Business Intelligence-Marktführer SAS aussprachen. Aus mehreren Gründen: „SAS konnte ein erprobtes, genau auf den fachlichen Bedarf konfigurierbares und preislich attraktives Produkt liefern, das zugleich flexibel genug ist, um die gegenwärtigen wie zukünftigen individuellen Anforderungen der LBS Bayern abzudecken", erklärt Sabine Wolf. Zudem garantiert SAS die gewünschte Flexibilität bei Reporting und Datenbereitstellung und bietet benutzerspezifische Oberflächen. Ein weiteres Argument pro SAS war die einfache Integration in die vorhandene IT-Landschaft. Nicht zuletzt sprachen auch die guten Erfahrungen, die das Unternehmen mit dem bestehenden SAS Data Warehouse für Vertriebssteuerung, Meldewesen und Bilanzierung gesammelt hatte, für den BI-Marktführer. Dies führte dazu, dass sich die Geschäftsleitung auch beim Basel-II-Rechenkern zugunsten von SAS entschied!

Besonders flexibel zeigt sich das SAS System mit der simultanen Unterstützung der verschiedenen nach SolvV möglichen Kalkulationsansätze: „Die Lösung erlaubt eine Berechnung sowohl nach dem Kreditrisikostan dardansatz (KSA) als auch nach dem auf internen Ratings basierenden An satz (IRBA)", erklärt Thomas Oberberger, Mitglied des Steuerungsteams des Basel-II-Projekts. Da die Bayerische Landesbank als Konzernmutter seit 01.01.2007 über die IRBA-Zulassung verfügt, strebt die LBS Bayern ebenfalls die aufsichtliche Anerkennung der Berechnung der Eigenmittel nach dem IRBA an. In der Übergangsphase findet noch der KSA Anwendung. „Es reicht aus, das Mapping der Daten nur einmal vorzunehmen, um beide Ansätze zu bedienen. Das erspart uns sehr viel Aufwand", so Thomas Oberberger. Entsprechend zufrieden zeigt sich Data Warehouse-Teamleiterin Sabine Wolf: „Innerhalb von nur neun Monaten ist es uns mit SAS gelungen, die Anforderungen der neuen regulatorischen Vorgaben äußerst effizient umzusetzen." Thomas Oberberger ergänzt: „Wir können nun automatisiert und nachvollziehbar berechnen, wie viel Eigenkapital im KSA und im IRBA zu unterlegen ist, sowie die weiteren Anforderungen der SolvV wie z.B. Stress-Testing erfüllen."

Und damit nicht genug: Nachdem dem Gesetzgeber Genüge getan ist, will die LBS Bayern diese und weitere Daten auch für das interne Reporting nutzen. So ist geplant, mit vorhandenen SAS Tools ein Berichtsportal aufzubauen, das Geschäftsleitung und Fachexperten mit Informationen für die Steuerung versorgt.

Das Projekt 

Der Startschuss für die Produktauswahl fiel im Mai 2006, die eigentliche Implementierung des Systems begann im Januar 2007. Mit einem ehrgeizigen Ziel: Zum 30. September 2007 sollten die Zahlen, die an die Aufsichtsbehörde gemeldet werden, bereits mit den neuen Systemen berechnet werden. „Externe Berater waren sehr skeptisch, ob sich ein solch enger Zeitrahmen überhaupt einhalten lässt. Aber wir haben das pünktlich und innerhalb des Budgets über die Bühne gebracht!", freut sich Sabine Wolf. Welches waren die Erfolgsfaktoren für dieses Projekt? Thomas Oberberger nennt mehrere Gründe: „Da ist zum einen der Mix aus internen und externen Mitarbeitern zu nennen. Wir haben zum Beispiel beim Knowhow- Transfer und beim Customizing sehr von projektbegleitenden Workshops profi tiert. Dazu kommt die Unterstützung durch SAS Partner bei der Implementierung, vor allem bei der Gestaltung der Schnittstellen zum Data Warehouse." Äußerst hilfreich, so Ober berger weiter, waren zudem synthetische Tests mit fiktiven Daten und abschließender Evaluierung der Einzelergebnisse. Insgesamt investierte die LBS Bayern rund 500 Personentage in das Projekt.

Der Nutzen 

  • SolvV-konforme, verlässliche Kalkulation des zu unterlegenden Eigenkapitals
  • Automatisierte Kalkulation der zu unterlegenden Eigenmittel
  • Stets aktuelle Informationen durch stichtagsgenaue Bereitstellung der Daten
  • Aussagekräftige, verlässliche und konsistente Ergebnis-, Szenario- und Ad-hoc-Analysen, Stress- Testing
  • Hohes Maß an Flexibilität: Berechnung sowohl nach dem Kreditrisikostandardansatz (KSA) als auch nach dem auf internen Ratings basierenden Ansatz (IRBA) bei zeitgleichem Datenmapping möglich
  • Erweiterung zum System für das interne Berichtswesen möglich

Copyright © SAS Institute Inc. All Rights Reserved.

LBS Bayern

Business Thema:

Aufbau eines neuen Systems zur Kalkulation des regulatorischen Eigenkapitals

Die Lösung:

SAS® System mit Data Warehouse

Nutzen:

Basel-II-konforme, automatisierte Kalkulation des zu unterlegenden Eigenkapitals

Zitat:

„Innerhalb von nur neun Monaten ist es uns mit SAS gelungen, alle Anforderungen der neuen regulatorischen Vorgabe äußerst effizient umzusetzen."

Sabine Wolf

Teamleiterin Data Warehouse, LBS Bayern