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Basel II-fähig mit Hilfe von SAS
Das Kreditrisiko im Griff
Durch tiefgreifende Änderungen der finanziellen und rechtlichen Rahmenbedingungen sehen sich Banken veranlasst, ihre Strategien für das Kreditrisikomanagement neu zu überdenken. Ein Beispiel hierfür ist das neue Baseler Abkommen (Basel II), das von den Banken die Offenlegung ihrer Risiken fordert und als Konsequenz daraus wohldefinierte Kapitalanforderungen verlangt.
Bei der Suche nach einem Partner, der die Kreditrisikoabteilung bei der Entwicklung einer neuen Basel II-fähigen Strategie unterstützen soll, entschied sich die Banca Nazionale del Lavoro (BNL) für SAS.
Internes Ratingsystem:
Eine neue Herausforderung für das Risikomanagement
Ziel von Basel II ist es, bessere Möglichkeiten zur Bewertung der Eigenkapitaldeckung, zur Risikomessung und für das Risikomanagement zu schaffen, detaillierte und transparente Berichte zu generieren und Banken zur Optimierung ihrer Risikomanagementprozesse zu bewegen. Durch die im Abkommen festgelegten Mindestkapitalanforderungen, sind Banken dazu verpflichtet, Kalkulationen für die Messung von ausreichender Kapitalausstattung und Kreditrisiko entweder mittels des traditionellen Standardansatzes oder mit Hilfe neuer, auf internen Ratings basierender Ansätze (IRB = Internal Ratings-Based Approach) durchzuführen. Nach der ursprünglichen Meinung des Baseler Ausschusses, die im ersten Abkommen aus dem Jahr 1988 festgeschrieben wurde, sollten die Ratings bevorzugt durch externe internationale Ratingagenturen durchgeführt werden. Jedoch erwies sich die zwingende Anwendung dieses Prinzips in Ländern wie Italien, in denen das ex-terne Ratingsystem nicht sehr verbreitet ist, als ungünstig, da es diese Länder erheblich benachteiligte.
In der jüngsten Vergangenheit änderte der Baseler Ausschuss jedoch seine Position und stellte von den Banken selbst durchgeführte Ratings mit den Ratings durch externe Agenturen gleich. Demzufolge dürfen nun Banken, die über entsprechende Informationssysteme und Kontrollverfahren verfügen, ihre eigenen internen Ratings als Grundlage für die Definition und Berechnung des Ausfallrisikos verwenden. Dabei gilt jedoch folgende Bedingung: die strikten gesetzlichen Standards müssen eingehalten und das interne Bewertungssystem von den Aufsichtsbehörden im jeweiligen Land für rechtsgültig erklärt werden.
Die Einführung einer IRB-Methode ist insofern von Vorteil, als sie eine differenziertere Einstufung des im Portfolio einer Bank enthaltenen Risikos ermöglicht und zusätzliche Kundendaten mit einbeziehen kann, die einer externen Ratingagentur nicht in dieser Weise vorliegen. Darüber hinaus sind durch den IRB-Ansatz exaktere Berechnungen möglich, wodurch die Rentabilität der Banken stets besondere Aufmerksamkeit erfährt. Deshalb stellt die neue Methode eine interessante Alternative dar: anders als das standardisierte und damit starre Prinzip der externen Ratings ermöglicht sie eine spezifische Anpassung an die Erfordernisse der jeweiligen Bank und trägt zur Verringerung des Kapitalbedarfs bei.
Kreditrisiko-Rating
Eine der ersten Maßnahmen der Bank zur Erfüllung der Bestimmungen des zweiten Baseler Abkommens im Hinblick auf die Bewertung der Eigenkapitaldeckung ist die Einführung eines Kreditrisiko-Ratingmodells. Zweck des Kreditratings ist es, die Kreditwürdigkeit eines Kunden mit Hilfe der folgenden Faktoren zu bewerten: Analyse der Finanz-, Gewinn- und Kapitallage des Unternehmens, Bewertung von Kreditlinien, Marktanalyse und qualitative Beurteilung des Unternehmens durch den BNL-Kundenbetreuer. Die Vorteile des Kreditratings liegen auf der Hand: optimierte Kreditzuteilung und Kreditausfallvorhersage, ständige Kontrolle der Kreditrisikoprofile der Kunden, Freisetzung von Ressourcen und Minimierung des Kapitalbedarfs.
Bei der BNL hat man sich entschlossen, als wesentlichen Bestandteil des Prozesses zur Kreditrisikobewertung ein internes Ratingsystem einzuführen. Da Basel II speziell im Bereich Qualitätskontrolle hohe Anforderungen stellt (so z. B. an die Zuverlässigkeit der Statistiksysteme), wählte die BNL SAS als ihren Partner bei der Entwicklung und Umsetzung einer neuen Kreditrisikostrategie. Um noch detailliertere Informationen über die Kreditnehmer zu erhalten, entwickelte SAS ein Credit Data Warehouse sowie ein Modell für das Kreditrisikomanagement, das den Anforderungen von Basel II entspricht und den Wettbewerbsvorteil der BNL weiter ausbaut. Ziel des Projektes war die Entwicklung einer zuverlässigen Lösung, mit deren Hilfe die Ausfallwahrscheinlichkeit (v.a. der Firmenkunden) bewertet und die Ergebnisse anschließend als Grundlage für die Entwicklung komplexerer Kreditrisikomanagement-Modelle herangezogen werden können.
SAS ist erste Wahl
"Um ein zuverlässiges Kreditwürdigkeitsmodell entwickeln zu können, müssen wir uns durch eine gewaltige Datenmenge arbeiten", erklärt Giovanni Parrillo, Leiter des Bereichs Credit Policy Service bei der BNL. "Wir haben uns für Lösungen von SAS entschieden, da diese sich insbesondere bei der Modellbildung als sehr nützlich erwiesen haben. Durch ihre Flexibilität können wir, wann immer dies nötig wird, Spezifikationen und Stichprobenmethoden problemlos und ohne Zeitverlust anpassen." Die Daten werden mit SAS analysiert und die Prognosevariablen verfeinert, sodass auch riesige Datenmengen ohne weiteres gehandhabt werden können. Durch die Erfahrung von SAS in den Bereichen Risikomanagement, Data Warehousing und Datentransformationsprozesse kann die BNL nun die Ausfallwahrscheinlichkeit mittels Kreditrating ermitteln und zudem feststellen, welche Attribute Vorhersagewert besitzen (beispielsweise Erfolgsrechnung, Cashflow, externe Ratings, Alter, Beschäftigungsentwicklung).
Zusätzlich liefert SAS Berechnungen im Rahmen des Risikomanagements sowie eine Ansicht aller Aspekte der Datenbereitstellung im Sinne der Mindestanforderungen von Basel II. Außerdem bringt die Verfügbarkeit eines IRB auch Vorteile für diejenigen Führungskräfte bei der BNL, die für Kreditentscheidungen und die Gestaltung der Konditionen verantwortlich sind: sie sind nun in der Lage, bei der Definition des Kreditrisikos stets im Einklang mit internationalen Best Practices und dennoch eigenständig zu handeln. Die BNL hat inzwischen den ersten Teil des IRB-Projekts – die Anfangsphase der Kreditrisikoanalyse für Unternehmenskunden – abgeschlossen.
Giovanni Porcelli, Portfolio Monitoring Manager bei der BNL, berichtet: "Dank der automatischen Reportingfunktion der SAS Lösung konnten wir ein exakt dokumentiertes Projekt entwickeln. Dies spielt insbesondere während der Phase der Prototypenentwicklung eine wichtig Rolle. So konnten wir die Zusammenarbeit zwischen den verschiedenen Teams wesentlich effizienter gestalten." "Im Bereich der statistischen Modelle", so Porcelli weiter, "gab es keinerlei Veranlassung für uns, eigene Lösungen zu entwickeln, da die von SAS gelieferten Lösungen bereits alle unsere Anforderungen erfüllten. Man muss außerdem sehen, dass die SAS Software ganz besonders flexibel ist: binnen weniger Tage konnten wir mehrere Varianten des Hauptmodells ausführen und dabei alle relevanten Tests im Auge behalten."
Blick nach vorn
Die BNL arbeitet jetzt an der Entwicklung der nächsten Projektphasen, während die internen Ratingfunktionen verbessert werden sollen: Unterrichtung von Führungsebene und Vorstand über das Risikoprofil des Portfolios; Optimierung der Kreditrisikokonditionen und Verbesserung der Budgetierungskriterien; Bewertung der Portfolioqualität durch Vergleich der Geschäftstätigkeit verschiedener Bereiche und Branchen sowie Durchführung von Belastungstests zur Bestimmung der Eigenkapitaldeckung.
"Bisher haben wir ein so genanntes Basismodell der Kreditrisikomessung entwickelt", erklärt Porcelli. "Aber vermutlich benötigen wir noch ein differenzierteres Modell, um den Zeitfaktor bei Kreditausfällen und all die anderen Parameter berücksichtigen zu können, die den Risikograd unseres Portfolios kennzeichnen." (N.B.: Man unterscheidet beim internen Rating die "Basismethode", mit der Banken die Ausfallwahrscheinlichkeit bestimmen können, von der "komplexen Methode", die zusätzlichen Spielraum bei der Ermittlung der Kreditrisikofaktoren bietet.) Parrillo resümiert: "Dank der Flexibilität der SAS Lösungen ist es uns gelungen, die Basel II-Projektanforderungen vollständig zu erfüllen und eine solide Grundlage für die Durchführung der anschließenden Phasen zu schaffen." Die BNL beabsichtigt die Fortführung der erfolgreichen Geschäftsbeziehung mit SAS im Laufe der nächsten Jahre zum Zwecke der Koordinierung und Durchführung weiterer Maßnahmen im Rahmen von Basel II.
Der Konkurrenz einen Schritt voraus
Mit Unterstützung von SAS ist es der BNL gelungen, große Fortschritte bei der Umsetzung der Risikobestimmungen des neuen Basel II-Abkom-mens zu erzielen, die sich auch in erheblichen Einsparungen beim Kapitalbedarf niederschlagen werden. Bestehende Kreditrisikoszenarien können konkreter und transparenter dargestellt werden, was die Unternehmensführung in die Lage versetzt, strategische Entscheidungen auf der Grundlage fundierter und zeitnaher Informationen zu treffen. Kreditrichtlinien und -prozesse werden dadurch wirksamer und effizienter und die Qualität der Daten erhöht sich zusehends.
Wenn die Bestimmungen von Basel II Gesetz werden, haben die Banken keine andere Wahl, als sie zu befolgen. Deshalb ist es nicht nur ratsam, sondern in der Tat von entscheidender Bedeutung, schon jetzt die entsprechenden Vorkehrungen zu treffen, um zum gegebenen Zeitpunkt bereits über die notwendigen Prozesse zu verfügen. Eine Bank, die bereits jetzt handelt, sichert sich einen Vorsprung gegenüber der Konkurrenz. In dieser Hinsicht ist die BNL den anderen schon jetzt um eine Nasenlänge voraus.
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Banca Nazionale del Lavoro
Die Aufgabe:
Erfüllung der Kreditrisikobestimmungen von Basel II
Die Lösung:
SAS® Risk Management
Nutzen:
Risikomessung für angemessene Kapitalausstattung und Ermittlung der Ausfallwahrscheinlichkeit
Zitat:
"Dank der Flexibilität der SAS Lösungen ist es uns gelungen, die Basel II-Projektanforderungen vollständig zu erfüllen und eine solide Grundlage für die Durchführung der anschließenden Phasen zu schaffen."
Giovanni Parrillo, Leiter Credit Policy Service der BNL
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