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Transparentes Kostenmanagement - Activity Based Management mit SAS

Wie Telekom Austria mit Hilfe von SAS Performance Management den gestrengen Richtlinien der Regulierungsbehörde bei der Tarifgestaltung gerecht wird.

Der Kunde
Mit mehr als 2,4 Millionen Kunden im Festnetz und über 15,4 Millionen in der Mobilkommunikation verfügt die Telekom Austria Group über eine starke Marktposition. Doch so erfreulich dies im Prinzip auch für ein Unternehmen ist: Im Falle des großen heimischen Telekommunikationsdienstleisters hat die Medaille auch eine Kehrseite. Denn aufgrund der marktbeherrschenden Stellung unterliegt Telekom Austria bei der Entwicklung neuer Produkte und damit verbunden neuen Tarife – insbesondere im Festnetzbereich – einer besonders strengen Instanz, der Telekom- Control-Kommission, kurz auch „Telekomregulator“ oder „Regulierungsbehörde“ genannt. Diese stellt sicher, dass die Tarife so gestaltet sind, dass auch der Mitbewerb eine Chance hat, zu diesen Tarifen anzubieten und sich dem Wettbewerb zu stellen.

Die Aufgabe
Die Herausforderung für den Anbieter Telekom Austria liegt dabei klar auf der Hand: Wie gestalte ich die Tarife so, dass sie nicht nur für den Endkunden attraktiv sind, sondern auch jederzeit für den Telekomregulator die Zuordnung von Kosten und Erlösen auf alle Dienste und Dienstelemente transparent nachvollziehbar sind, einer nachträglichen Überprüfung durch die Behörde standhält und im Hinblick auf Kostendeckung und Nachbildbarkeit für den Mitbewerb argumentierbar sind? Denn man will schließlich nicht riskieren, dass es behördenseitig zu Beanstandungen kommt oder sich gar der Mitbewerb genötigt sieht, Verfahren anzustrengen – mit dem Ziel, die Genehmigung eines neuen Produktes zu verhindern.

Die Lösung
Die Lösung bei Telekom Austria lautet „Regulatorische Kostenrechnung“. Dabei handelt es sich um ein Modell, das das Unternehmen bereits vor zehn Jahren gemeinsam mit SAS implementiert hat und seither erfolgreich anwendet und laufend weiterentwickelt. „Begonnen hat alles 1998 mit dem Einsetzen der Marktliberalisierung. Aufgrund der veränderten Rahmenbedingungen benötigte man neue, effiziente Kostenrechnungsmodelle, welche in der Lage waren, die komplexen Zusammenhänge transparent abzubilden. Hatte bis dato eine Excel Tabelle völlig ausgereicht, so ging es ab diesem Zeitpunkt darum, Produktkalkulationen auf einer strukturierten Basis zu erstellen“, berichtet Peter Klune, verantwortlich für strategische Regulierungsfragen bei Telekom Austria. Es beruht auf einer von einem Beratungsunternehmen entwickelten Methodik – Customer and Product Profitability – welche eine verursachergerechte Zuordnung der Kosten, einer gemeinschaftlich von zahlreichen Dienstleistungen genutzten Infrastruktur, gewährleistet. Das Modell wurde auf Basis eines Activity Based Costing Ansatzes umgesetzt.

Das Projekt
Der Manager ist seit 2003 bei Telekom Austria, kann aber stolz für sich in Anspruch nehmen, den Prozess vom Start weg begleitet zu haben. Damals noch Projektleiter beim Beratungsunternehmen Deloitte zeichnete Klune federführend für die Implementierung der Kostenrechnung unter Nutzung von SAS Software verantwortlich. Und das Projekt, das unter der Bezeichnung „Alpha“ begann, steht bereits bald in der Version „Gamma Ist2008“ zur Verfügung – mit ein Zeichen für die kontinuierliche und den wachsenden Anforderungen entsprechende Weiterentwicklung der eingesetzten Software.

Ging es bei der Erstversion Alpha noch in erster Linie darum, die Kosten einer gemeinschaftlich von mehreren Produkten und Diensten genutzten Infrastruktur verursachergerecht zuzuordnen, so wurden in Folge jeweils Kosten und Verkehrswerte des laufenden Jahres sowie Anmerkungen der Regulierungsbehörde eingearbeitet. Die heute im Einsatz befindliche Version „Gamma Ist2008“ bildet das Produktportfolio von Telekom Austria umfassend ab, so dass eine präzise Zuordnung von Kosten und Erlösen unter Berücksichtigung der genutzten Infrastruktur sowie der notwendigen Prozesse auf nachvollziehbare Art und Weise gewährleistet ist.

Die Bedeutung der „Regulatorischen Kostenrechnung“ wird durch ihre Positionierung im Unternehmen unterstrichen: Der Gesamtbereich „regulatory affairs“ ressortiert direkt beim Vorstandsvorsitzenden (CEO) und umfasst vier Teilbereiche mit insgesamt 17 Mitarbeitern. Fünf davon sind im Team „Regulatorische Kostenrechnung“ von Markus Loibersböck tätig, der die operative Leitung des Kostenrechnungsmodells seit 2001 erfolgreich inne hat.

Stark fragmentierte Märkte
Wie sieht nun die Tätigkeit in der Praxis aus? „Die Telkowelt – aus der Sicht des Regulators – war bis vor kurzem noch in bis zu 18 Märkte eingeteilt, welche potentiell alle der Regulierung unterliegen können. Nehmen wir beispielsweise den Privatkundenmarkt für Verbindungen ins Inland sowie jene ins Ausland oder den Markt für Breitbandanschlüsse. Für jeden dieser Märkte bedarf es einer differenzierten Betrachtung und es gibt jeweils unterschiedliche Anforderungen, die jeweils bestimmte Wettbewerbsdefizite adressieren sollen. „Um den unterschiedlichen Wettbewerbssituationen gerecht werden zu können, werden ausdifferenzierte Kalkulationsmodelle angewendet“, erklärt Klune.

Genau hier setzt die „Regulatorische Kostenrechnung“ an, die im Wesentlichen drei komplexe Anforderungen zu erfüllen hat:

1. Unterstützung bei der Tarifgenehmigung:
Das Team der „Regulatorischen Kostenrechnung“ unterstützt und begleitet alle anderen Abteilungen des Fachbereiches Regulierung und das Produktmanagement während des Prozesses der Tarifgenehmigung. Ziel ist es, im Rahmen des Verfahrens der Tarifgenehmigung die Beweisführung der Kostendeckung sowie der Nachbildbarkeit für den Mitbewerb zu leisten. Ebenso hilft das Team bei der Gestaltung von Tarifanträgen sowie bei der Erstellung von Stellungnahmen zu Anträgen, Gutachten und Bescheidentwürfen.

2. Berechnung neuer Tarife:
Das jährlich vom Team zu erstellende Prozesskostenrechnungsmodell bildet die Kostenbasis zur Berechnung neuer Tarife. Diese sind in weiterer Folge gemeinsam mit den involvierten Abteilungen, vor der Regulierungsbehörde zu vertreten.

3. Schaffung optimaler Voraussetzungen für die jährliche Überprüfung:
Das Kostenrechnungsmodell muss einmal jährlich einem Zertifizierungsprozess seitens der Regulierungsbehörde unterzogen werden. Denn als sogenanntes „marktbeherrschendes Unternehmen“ ist Telekom Austria zur Einrichtung und Führung eines jährlich zu überprüfenden Kostenrechnungssystems verpflichtet. In diesem Verfahren wird die Systematik des Kostenrechnungs systems und die korrekte Zuordnung der Kosten gemäß den regulatorischen Vorgaben überprüft.

Der Nutzen
Was den Einsatz der SAS Software in dem Zusammenhang so wertvoll macht, bringt Kostenrechnungs-Experte Loibersböck auf den Punkt: „In den Verfahren werden Gutachter von der Behörde bestellt, die letztlich zu beurteilen haben, ob und in welcher Form, mit welchem Preis ein Produkt auf den Markt kommt. Wir können mit SAS binnen kürzester Zeit visualisieren, wo welche Kosten entstehen und wie es zu der Kalkulation gekommen ist. Das schafft Transparenz und Nachvollziehbarkeit, die wesentlichen Voraussetzungen für einen effizienten Beurteilungsprozess und eine kurze Time to Market.“

Wenn also der Regulator ins Haus kommt und Einsicht nimmt, dann haben Peter Klune und sein Team einen entscheidenden Vorteil: Mit der SAS Software können sie quasi auf Knopfdruck einen Überblick bieten und dem gestrengen Auge des Prüfers alles bis ins Detail nachvollziehbar machen – eine transparente und effiziente Lösung, wie sie mit einem Buchungssystem alleine nicht leistbar wäre.

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Telekom Austria

Die Aufgabe:
Umfassende Abbildung des Produktportfolios der Telekom Austria, so dass eine präzise Zuordnung von Kosten und Erlösen unter Berücksichtigung der genutzten Infrastruktur sowie der notwendigen Prozesse auf nachvollziehbare Art und Weise gewährleistet ist.
Die Lösung:
SAS® Activity Based Management
Nutzen:

Transparenz und Nachvollziehbarkeit von Kosten sowie die Visualisierung dieser in kürzester Zeit

Wir können mit SAS binnen kürzester Zeit visualisieren, wo welche Kosten entstehen und wie es zu der Kalkulation gekommen ist. Das schafft Transparenz und Nachvollziehbarkeit; die wesentlichen Voraussetzungen für effiziente Beurteilungsprozesse und kurze Time to Market.

Markus Loibersböck

Regulatorische Kostenrechnung, Telekom Austria