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Die „Erlebnisbahn der Alpen“ stellt ihre Weichen auf BI

Immer häufiger sind für die Beantwortung wichtiger Fragen unternehmensweite, bereichsübergreifende Daten notwendig. Ohne zentrale Plattform sind solche Analysen schwierig und zeitaufwendig. Die Rhätische Bahn hat sich deshalb entschieden, ein Management-Informations-System einzuführen, und damit in kurzer Zeit erstaunliche Verbesserungen erreicht.

Der Kunde

Mit über 1200 Mitarbeitern und einem Streckennetz von 384 Kilometern ist die Rhätische Bahn (RhB) die zweitgrösste Privatbahn der Schweiz und bedient den gesamten Kanton Graubünden. Die spektakuläre Schmalspurbahn führt durch eine einmalige, nur mit grossem Aufwand zu erschliessende Gebirgslandschaft.
Sie ist als Ausflugsbahn positioniert, wird aber ebenso für den Güterverkehr, für den Autoverlad (vor allem am Vereina) und von vielen Pendlern benutzt.
Anfang Juli 2008 wurde die Rhätische Bahn als dritte Bahnlinie weltweit in die Unesco-Liste der Welterben aufgenommen. Der Eintrag umfasst einerseits die Strecke zwischen Thusis, St. Moritz und dem italienischen Tirano – die höchstgelegene Alpentransversale – und anderseits die Kulturlandschaft Albula/Bernina, durch welche die Linie führt. Der positive Entscheid der Unesco ist nicht nur ein Erfolg für die RhB, sondern bietet auch eine einmalige Chance – für die Bahn selbst, aber auch für die Region Graubünden und letztlich für die touristische Schweiz.

Die Aufgabe

Beschränkte Subventionen des Bundes, die notwendige Erneuerung und Modernisierung der Fahrzeugflotte (1272 Wagen mit einem Neuwert von total fast 1 Milliarde Franken) sowie die ebenso anstehende Sanierung der Bahninfrastruktur, insbesondere der vielen nunmehr hundertjährigen Kunstbauten (insgesamt 582 Brücken und 114 Tunnels mit einer Gesamtlänge von ziemlich genau 74 Kilometern) zwingen die RhB zu Optimierungen.
Um Kosten senken und höhere Erträge erwirtschaften zu können, wurde im Jahr 2005 die sogenannte Dualstrategie 2012 lanciert. Dazu gehört die Einführung einer unternehmensweiten Business-Intelligence-Plattform.
Wie viele andere Unternehmen sieht sich auch die RhB zunehmend mit Fragestellungen konfrontiert, die nur auf der Basis von geschäftsübergreifenden Daten bearbeitet werden können. Weil der RhB eine zentrale Plattform für die Datenhaltung und geeignete Werkzeuge fehlten, gestalteten sich entsprechende Analysen schwierig und zeitaufwendig. Die zahlreichen, heterogenen Datenbestände wurden in den einzelnen Abteilungen gesammelt oder von verschiedenen Applikationen generiert und liessen sich kaum miteinander in Verbindung bringen. Abrufbare historische Daten fehlten weitgehend. Ein Management-Informations-System (MIS) sollte hier Abhilfe schaffen und der RhB einen raschen und flexiblen Zugriff auf aktuelle und qualitätsgesicherte Daten ermöglichen.

Die Anforderungen

Im Sommer 2006 schrieb die RhB das Projekt aus, worauf sieben Kandidaten ein Angebot einreichten. In einer umfassenden Anforderungsanalyse waren von der Geschäftsleitung zuvor die für das Unternehmen wichtigsten Kennzahlen definiert worden. Ein ausführliches Pflichtenheft hielt zusammengefasst folgende Anforderungen fest:

  • Das Data Warehouse muss aktuelle Daten enthalten.
  • Die Analysen sollen mit einer hohen und möglichst konstanten Geschwindigkeit durchgeführt werden können.
  • Die Anwendungen sollen benutzerfreundlich sein und die Berichte wenn möglich grafisch dargestellt werden.
  • Die Informationen müssen inhaltlich korrekt und nachvollziehbar sein.
  • Das Data Warehouse soll flexible Analysemö glichkeiten bieten und den Benutzern erlauben, durch einfach zu bedienende, grafische Oberflächen Auswertungen selbst zu erstellen.
  • Die Informationen müssen rasch gefunden werden.
  • Auswertungen und Analysetools sollen möglichst auf dem Intranet verfügbar sein.
  • Auch grosse Datenmengen über längere Zeiträume und mehrere Dimensionen hinweg müssen problemlos abgefragt werden können.

Die SAS Enterprise Intelligence Platform entsprach diesen Kriterien von allen Offerten am besten, und so erhielt SAS im Oktober 2006 den Zuschlag für die Umsetzung des Projekts.

Die Umsetzung

SAS betreute und verantwortete das gesamte Projekt von der Datenintegration bis hin zur Business Intelligence. Weil die RhB mit solchen oder ähnlichen Lösungen noch keine Erfahrungen hatte, wählte man für die Umsetzung ein evolutionäres Vorgehen mit verschiedenen Kompetenzteams. Zwar birgt der sogenannte Bottom-up-Ansatz die Gefahr, dass man zunächst mehr Daten als nötig ins Data Warehouse überträgt und gewisse Schritte wiederholt werden müssen; er lässt den Projektverantwortlichen jedoch die Freiheit, Details erst im Verlauf der Umsetzung zu definieren und sich dabei auf aktuelle Erkenntnisse abzustützen.

Angesetzt wurde dort, wo möglichst homogene und einfache Daten zur Verfügung standen, die ausserdem für die Geschäftsleitung von grossem Wert waren. So umfasste die erste Projektphase die Integration der Daten aus dem Autoreiseverkehr, dem Güterverkehr, dem Personenreiseverkehr sowie dem Einkauf und der Bestandesführung in ein zentrales Data Warehouse. Das Ziel bestand nicht darin, sämtliche denkbaren Daten zu sammeln, sondern vielmehr darin, jene Daten benutzerfreundlich abzubilden, die als Grundlage von Entscheidungen notwendig und hilfreich sind. Immerhin summieren sich auch diese auf etwa 200 Tabellen mit 1000 relevanten Feldern.

Die Lösung

Die RhB unterhält in Chur und Landquart zwei Rechenzentren, deren Umgebung mit Ausnahme der Datenbankserver komplett virtualisiert ist. Gut 75 virtuelle Server werden auf 4 physischen Maschinen betrieben. Die wichtigsten Applikationen sind zwei ERP-Systeme
PSIPenta für die Fertigung, Instandhaltung, Materialwirtschaft und Ähnliches, performis hauptsächlich für die finanziellen Prozesse. Daneben werden kleinere Lösungen wie das Vereina-Ticketing eingesetzt. In die Analysen fliessen ausserdem Daten der SBB, zum Beispiel Umsatz- und Hochrechnungszahlen des Personenreiseverkehrs, ein. Physisch sind die Daten in Oracle abgelegt.
Das neue unternehmensweite Data Warehouse fungiert als zentrale Plattform, an welche die verschiedenen Abteilungen ihre Anforderungen definieren. Die Daten werden wöchentlich aktualisiert, was den Bedarf vorläufig abdeckt. Ein umfangreiches Berechtigungskonzept stellt sicher, dass jeder Benutzer die Informationen erhält, die er benötigt.

Der Nutzen

Erste sichtbare Ergebnisse zeigte die neue Datenplattform beispielsweise im Bereich des Autoreiseverkehrs. Nachdem sich die Mitarbeiter über das Intranet auf dem MIS-Portal angemeldet haben, können sie via Webbrowser Daten wie Frequenzen, Kapazitäten oder Umsatz abrufen und beliebig gruppieren. Ob nun Produkte mit besonders hohen Frequenzen, ein bevorzugtes Zahlungsmittel oder überdurchschnittlich gut gebuchte Wochentage gesucht werden – alle Informationen, die an den Kassen aufgenommen werden, können in die Auswertungen mit einbezogen werden. Diese wiederum kommen dem Marketing und dem Verkauf zugute, die beispielsweise neue Angebote gestalten oder bestehende überprüfen bzw. neu strukturieren können.
Auch der Einkauf profitiert mittlerweile von der neuen Lösung. Wegen fehlender flexibler Auswertungsmöglichkeiten hatte der Bereichsleiter bisher – abgesehen von einer jährlichen Inventur – keinen transparenten Einblick in den aktuellen Lagerbestand oder in die Entwicklung der einkaufsrelevanten Zahlen. Optimierungsmöglichkeiten in Bezug auf Lagerbestände und Einkäufe wurden viel zu wenig genutzt, was das Budget belastete. Heute können mit Hilfe von Potenzialanalysen die Überkapazitäten der Lagerhaltung gezielt überwacht und abgebaut werden, und der zentrale Einkauf hat ideale Voraussetzungen für einen Vergleich verschiedener Lieferanten und Preise.

Ausblick

Die RhB befindet sich in einem intensiven Veränderungsprozess. Der Wandel von einer technisch orientierten Bahn zu einem modernen Dienstleistungsunternehmen, das sich am Markt orientiert, bedeutet gleichzeitig einen Kulturwandel. Mancher Abteilungsleiter, der sich gewöhnt war, seine Informationen mit Hilfe von Excel selbst zusammenzustellen, war gegenüber dem neuen System zunächst skeptisch eingestellt. Frühzeitige Sensibilisierung durch die Geschäftsleitung und ein gutes Projektmarketing tragen dazu bei, die Mitarbeiter vom Nutzen der neuen Plattform Tag für Tag zu überzeugen.

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Rhätische Bahn - RhB

Die Aufgabe:
Einführung einer unternehmensweiten Business-Intelligence Lösung.
Die Lösung:
Die RhB unterhält in Chur und Landquart zwei Rechenzentren, deren Umgebung mit Ausnahme der Datenbankserver komplett virtualisiert ist. Gut 75 virtuelle Server werden auf 4 physischen Maschinen betrieben. Die wichtigsten Applikationen sind zwei ERP-Systeme.
Nutzen:
Transparenter Einblick in den aktuellen Lagerbestand und nachfragegesteuerte Angebote durch Analyse des Kundenverhaltens.

Da wir selbst keinerlei Erfahrungen mit abteilungsübergreifenden Analysen hatten, schätzten wir sehr, dass die Experten von SAS sich flexibel und hilfsbereit zeigten, unsere Bedürfnisse ernst nahmen und selbst Vorschläge für mögliche Auswertungen einbrachten.

Silvio Briccola

CFO der RhB


Wir können neu die Frequenzen und Auslastungen unserer Züge praktisch tagfertig analysieren und somit auch sehr rasch erkennen – gerade an Feiertagen oder Wochenenden –, wie die Resonanz war, und daraus entsprechend lernen, wo genau wir noch Handlungsbedarf in Bezug auf Platzangebot oder Kundenservice haben.

Silvio Briccola

CFO der RhB


Wir haben heute eine sehr gute Grundlage, um künftig Business Intelligence professionell anzuwenden, technisch wie auch inhaltlich. Unsere Aufgabe wird sein, bei den Mitarbeitern Überzeugungsarbeit zu leisten und den internen Nutzen zu verbessern.

Silvio Briccola

CFO der RhB