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SAS Austria
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A-1070 Wien
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Risikoanalyse mit SAS Business Intelligence

Im Juni 1992 wurde vom Österreichischen Nationalrat die Gründung der Marktordnungsstelle „Agrarmarkt Austria (AMA)“ beschlossen. In Vorbereitung auf Österreichs Beitritt zur europäischen Union (EU) am 1. Jänner 1995 war es wertvoll, die Agrarmarkt Austria als EU-konforme, moderne, dienstleistungsorientierte Marktordnungsstelle zu konzipieren.  Gleichzeitig wurde auf nationaler Ebene in der Regierungsvorlage die besondere Notwendigkeit des verstärkten Agrarmarketings hervorgehoben. Dabei wurden folgende Aufgaben als wichtigste Arbeitsinhalte der AMA formuliert:

  • die Vollziehung der Marktordnung
  • die Abwicklung der Förderungsmaßnahmen
  • die Markt- und Preisberichterstattung
  • die Quoten- und Lizenzverwaltung
  • die Marktinterventionen
  • Maßnahmen zur Qualitätssicherung sowie
  • die Förderung des Agrarmarketings


Die Ausgangssituation
Aufgrund von EU-Richtlinien kamen 2001 rund 1,474 Milliarden Euro für umfangreiche Leistungen wie Umweltmaßnahmen oder spezifische Bewirtschaftungssysteme zur Auszahlung an Österreichs Landwirte. Dafür müssen die Landwirte entsprechende Anträge einreichen. Dementsprechend sieht sich die Agrarmarkt Austria mit großen Datenmengen konfrontiert: So gehen im Laufe eines Jahres etwa 187.000 Prämienanträge für Tiere und weitere 158.000 für landwirtschaftliche Flächen ein; insgesamt 40.000 Milchquotenmeldungen und –anträge müssen ebenso bearbeitet werden wie die vier Millionen Meldungen von 109.000 Tierhaltern für die Tierkennzeichnung. Da die EU Wert darauf legt, dass die einzelnen Mitgliedstaaten die Einhaltung der vorgegebenen Richtlinien selbst kontrollieren, hat in Österreich die AMA diese Aufgabe übernommen. Die EU schreibt eine Kontrolle von mindestens fünf beziehungsweise zehn Prozent der Antragssteller vor, wobei diese anhand einer selbst erstellten Wahrscheinlichkeitsberechnung ausgewählt werden müssen. Nach der Auswahl der Betriebe führen Mitarbeiter des technischen Prüfdienstes der AMA die Kontrollen vor Ort durch und erstellen Prüfberichte. Die Fachabteilungen beurteilen anhand der erstellten Prüfberichte und erfassen die Ergebnisse für die Berechnung der Direktzahlungen.

Vor der Einführung von SAS Software
Vor der Einführung der Auswahl mit SAS-Software war der Prozess der Risikobeurteilung der Betriebe mühsam. Die Fachabteilung benötigte für die Datenanalyse intensive  Unterstützung der EDV-Abteilung. Neue Maßnahmen waren kostenaufwendig und nur schwer in das bestehende System zu integrieren. Nach unterschiedlichen Bedingungen wurde automatisiert eine Auswahlkategorie zugeteilt. Die Kriterien, nach denen eine Auswahl erfolgt, stammten aus den EU-Verordnungen.

Mehr Verantwortung an die Fachabteilungen
Die neue Software Lösung sollte zur bestehenden IT-Umgebung passen und zu einer gezielteren Auswahl führen, welche die Fachabteilung zur selbständigen Datenaufbereitung und Analyse befähigt und damit deren Unabhängigkeit von der EDV-Abteilung ermöglichen. Obwohl die EDV-Abteilung kurz auch andere Software Lösungen in Erwägung zog, zeigte sich  bald, dass SAS den Anforderungen der AMA am besten gerecht wurde. Nach den ersten Gesprächen im Herbst beschloss man, einen Proof of Concept anhand einer Maßnahme  durchzuführen. In fünf Tagen wurden die Software und das Scoring Modell auf Herz und Nieren geprüft. Um sicherzugehen und die unterschiedlichen Anforderungen an die SAS Software  abzutesten, wurde noch ein weiterer Proof of Concept für einen anderen Bereich gemacht. Hier zeigte sich bereits eindeutig, dass die AMA mit der neuen SAS Lösung am richtigen Weg war.

Auswahl am Beispiel der Kontrolle „Flächenprämien"
Bei der Agrarmarkt Austria wird derzeit in drei Abteilungen eine Auswahl mit der SAS-Software durchgeführt. Es sind dies die Abteilungen „Kontrolle Flächenprämien“, „Kontrolle Tierprämien und Tierkennzeichnung“ und „Kontrolle Milchquoten“. Wie die Auswahl der landwirtschaftlichen Betriebe und deren Auswahl für Vor-Ort-Kontrollen abläuft, erklärt Ing. Monika Böhm, Projektleiterin der „Kontrolle Flachenprämien" folgendermaßen: „Jeder Landwirt muss einmal im Jahr seinen Mehrfachantrag ‚Fläche’ abgeben, in dem er mitteilt, an  welchen Maßnahmen er teilnehmen möchte, welche Flächen er mit welchen Kulturen bewirtschaften will etc. Diese Daten werden erfasst und gemeinsam mit den Berechnungsdaten von der EDV für die Analyse zur Verfügung gestellt. Wir lesen die Daten in den SAS Enterprise Miner ein und ermitteln mit verschiedenen Modellen (Entscheidungsbaum, neuronales Netz, Regressionsanalyse) einen Wahrscheinlichkeitswert pro Betrieb."

Einflussgrößen auf das Scoringmodell
„Nach dem selben Prinzip verläuft die Auswahl bei Tierprämien, Tierkennzeichnung und bei den Milchquoten", erklärt DI Adelheid Feichtinger, Projektleiterin für den Bereich „Kontrolle Tierprämien". Um die Datenbeurteilung und Modellerstellung durchführen zu können, müssen die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen der Agrarmarkt Austria nicht nur über SAS Know How, sondern auch über umfangreiches Fachwissen verfügen. Nur langjährige Erfahrungen in diesem Bereich ermöglichen es, Einflussgrößen wie z.B. die Anzahl der beantragten Tiere oder Flächen, die Höhe des möglichen Auszahlungsbetrags, Veränderungen zum Vorjahr oder die Nähe zu Grenzwerten richtig einzuschätzen und im Scoring Modell dementsprechend abzubilden.

Erste Erfahrungen
Seit über einem Jahr ist die SAS-Lösung nun bei der AMA im Einsatz. Die Daten werden in einer Oracle Datenbank gehalten, SAS ist auf einem Windows NT-Server installiert. Was lässt sich nach einem Jahr SAS über Verbesserungen sagen?

Die AMA erreichte mit SAS:

  • flexiblere und einfachere Handhabung der Daten
  • langfristige Lösung
  • einfachere Integration von neuen Maßnahmen in das System
  • schnellere Verfügbarkeit der Ergebnisse
  • Aufbau eines abteilungsübergreifenden Expertenteams
  • geringere Abhängigkeit von der EDV-Abteilung


Der Erfolg des Projektes lässt sich jedoch nicht nur in Zahlen ausdrücken. „Durch die intensive Beschäftigung mit den Daten lernt man viel über das Datenmaterial", betont Böhm.
Die Unterstützung von Seiten SAS während der Projektphase wurde als sehr gut eingestuft. SAS habe sich kooperativ und flexibel gezeigt, wann immer die AMA Hilfe benötigt habe.
Für die Zukunft ist geplant, die Qualität noch weiter zu steigern, sowie zusätzliche Einsatzmöglichkeiten zu prüfen.

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Agrarmarkt Austria (AMA)

Business Thema:
Vor der Einführung der Auswahl mit SAS-Software war der Prozess der Risikobeurteilung der Betriebe mühsam. Die Fachabteilung benötigte für die Datenanalyse intensive  Unterstützung der EDV-Abteilung. Neue Maßnahmen waren kostenaufwendig und nur schwer in das bestehende System zu integrieren. Nach unterschiedlichen Bedingungen wurde automatisiert eine Auswahlkategorie zugeteilt. Die Kriterien, nach denen eine Auswahl erfolgt, stammten aus den EU-Verordnungen.
Die Lösung:
SAS® Enterprise Risk Management